Natürlich Kleidung färben – Textilien umweltschonend färben

Kurkuma

Zuhause selber und unkompliziert natürlich Kleidung färben. Gelingt es, Umweltbewusstsein und Kreativität zwecks Farbauffrischung mit den Methoden unserer Großeltern unter einen Hut bringen? Und wenn ja, was gibt es zu beachten, damit der Farblook aus der Natur tatsächlich auch zum Hingucker wird?

Natürlich Kleidung färben: Welche natürlichen Färbemittel gibt es und welche Farbergebnisse sind zu erwarten?

Purpur, Färberkrapp, Blauholz, Rotholz, Gelbholz, Walnuss, Safran und Kurkuma gehören zu den ältesten Naturfarbstoffen, die wir zum traditionellen Färben von Textilien und Kleidung kennen.

Safran als intensiv gelb färbender Farbstoff war schon den alten Ägyptern bekannt. Ebenso steht Kurkuma für die Farbe Gelb, damit bekommen Kleidungsstücke einen Farbkick von dezent hell bis intensiv leuchtend gelb verpasst.

Natürlich Kleidung färben: Die Natur stellt uns viele Farbtöne zur Auswahl

  • Gelb: Rhabarber, Goldrute, Färberdistel, Rhabarber, braune Zwiebelschalen, Ginster, Kurkuma
  • Braun: braune Zwiebelschalen, Färberkrapp
  • Orange: Johanniskraut, Färberkrapp
  • Grün: Mistel, Brombeerblätter
  • Blau: Indigo
  • Rot: Rote Bete, Avocadoschalen, rote Zwiebelschalen, Walnussschalen
  • Rosa: Rosenblütenblätter
  • Violett: Brombeeren, Blauholz

Je nach verwendeten Zutaten aus Garten, Drogerie oder Onlinehändler lassen sich so unterschiedliche Farbstoffe aus der Natur herstellen, dennoch müssen manchmal Abstriche beim Ergebnis in Kauf genommen werden.

Nicht alle Farbtöne lassen sich gleich gut umsetzen, gut lassen sich Gelb,- Rot,- Beige,- oder Brauntöne erzielen. Zarte Pastelltöne lassen sich außerdem leichter realisieren als leuchtende und knallige Farben.

Das Farbergebnis hängt in erster Linie auch vom Farbton des Ausgangsmaterial ab. Die beste Leuchtkraft ist bei Verwendung von weißen Kleidungsstücken zu erwarten.

Video: Natürlich Stoffe färben | Färben mit Lebensmitteln, es funktioniert! | DIY | Jelena Weber

Natürlich Kleidung färben: Was genau sind Pflanzenfarbstoffe?

In sämtlichen Pflanzen befinden sich Farbstoffe und zwar in Blättern, Blüten, Wurzeln und Rinden. Werden die Pflanzen gekocht und extrahiert, kommen die Farbstoffe erst so richtig zum Vorschein.

Typische Färberpflanzen: Indigopflanze (blau), Purpurkraut (violett), Safran (gelb), Frauenmantel (gelb), Ringelblume (gelb), Färberkrapp (rot), Kurkuma (gelb) und Wilde Malve (rot).

Insgesamt sind ca. 150 Pflanzenarten bekannt, die als natürliche Pflanzenfarben in Frage kommen.

Im Vergleich dazu wird synthetische Textilfarbe nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten industriell hergestellt.

Da viele synthetische Farbstoffe inzwischen neu entwickelt wurden, unterliegen heutzutage auch die Pflanzenfarbstoffe „Indigo“ und „Alizarin“ nun weitestgehend der industriellen Fertigung.

Beim Färben mit Naturfarbstoffen kommt der Färbevorgang völlig ohne chemische Substanzen aus und ist damit sehr viel hautfreundlicher.

Kontaktallergien, wie sie oft unter Verwendung von Textilfarbe vorkommt, sind daher selten. Hinzu kommt das gute Gefühl, Umwelt und Ressourcen nicht zu belasten.

Schritt für Schritt natürlich Kleidung färben: So geht’s im Detail

Naturfasern, wie Wolle, Baumwolle, Leinen, Denim, Viskose, Jute oder Seide sind zum Färben sehr gut geeignet, da Textilfarbe am besten auf Naturfasern haften kann.

Auch das Färben von Mischgewebe mit einem Anteil von mindestens 50 % Naturfasern funktioniert meistens einwandfrei.

Das Kleidungsstück zunächst vor dem Färben bei 40 Grad waschen.

Im Anschluss daran erfolgt das Beizen, damit die Farbe besser aufgenommen wird bzw. um sie haltbarer zu machen.

Für das Beizen mit Essig werden für einen Liter Wasser ca. 250 ml Essig benötigt. Beide Zutaten in einen großen Topf geben und das Kleidungsstück für 1-2 Stunden darin einweichen und nach dem Beizen gründlich ausspülen. Danach trocknen lassen.

Für den eigentlichen Färbevorgang eine ausreichende Menge Wasser (je nach Stoff mehrere Liter) erhitzen bis es leicht köchelt. Die natürlichen Farbstoffe hinzugeben und gut mischen.

Den Stoff in die Flüssigkeit geben und darauf achten, dass die Flüssigkeit ihn gut bedeckt, damit keine unschönen Flecken entstehen.

Deshalb immer mal wieder umrühren. Die Menge an Färbemittel und die Einwirkzeit beeinflussen das Farbergebnis.

Ist das gewünschte Farbresultat erreicht, wird das Kleidungsstück herausgeholt und gründlich mit klarem, kalten Wasser abgespült.

Reiseratgeber

Fazit: Farbe muss die Umwelt nicht verschmutzen!

Lange Zeit spielten die natürlichen Farbstoffe zugunsten von Textilfarbe (synthetischen Farbstoffen) in der Modewelt keine große Rolle. Aber seitdem Themen wie Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit immer mehr in unser Bewusstsein vordringen und auch ökologisch produzierte Kleidung mit weniger Schadstoffbelastung größeren Anklang findet, stehen natürliche Färbemittel wieder stärker im Fokus.

Hinzu kommt, dass bei vielen Menschen die Begeisterung und Motivation groß ist, aus alten, oft ausrangierten Stücken mit den eigenen Händen etwas „Neues“ zu schaffen. Vielleicht ist aber auch der Wunsch da, ihren kreativen, schöpferischen Gedanken freien Lauf zu lassen und mit Farbe zu experimentieren. So kann man natürlich Kleidung färben und dabei Umwelt und Geldbeutel schonen.

Titelbild: © iStock – Animaflora


The Author

Laura Seifert

Comments

Leave a Reply