Mode aus Milch und Algen – verrückter oder nachhaltiger Trend?

Verschiedene Algen auf weißem Hintergrund

Mode aus Algen und Milch? Tatsächlich gilt „Green Fashion“ als einer der größten gegenwärtigen Modetrends. Warum nachhaltige Mode nicht nur gut aussieht, sondern offenbar auch ein gutes Gewissen vermittelt. 

Green Fashion – innovative Fasertechnologien

Auch innerhalb der Textilbranche ist Nachhaltigkeit inzwischen angekommen. So ermöglichen neue Fasern aus Milch und Algen mittlerweile ein komplettes Recycling. Werden beim Anbau von Baumwolle noch immer Unmengen an Wasser verbraucht, geht die Mode der Zukunft jetzt andere Wege. Nachhaltige Stoffe schonen nicht nur die Ressourcen, sondern fühlen sich zudem noch gut an und präsentieren sich in schönen Kleidern, Blusen & Co.!

Fakt ist: Zeitgleich mit der wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der Bedarf an Kleidungsstücken. Da die Herstellung von Baumwolle zu viel an Flächen und Wasser verbraucht, sollen innovative Fasern in Zukunft die baumwollene Vormacht ablösen. Auch den Chemiefasern aus Polyacryl und Polyester wird laut Textilexperten eine ungewisse Zukunft prophezeit. Diese Fasern werden aus Erdöl hergestellt, welches jedoch nicht nur immer knapper und teurer wird, sondern auch nicht biologisch abbaubar ist.

Tragen statt trinken: Mode aus Milch

Sie ist antibakteriell, weich und seidig: Kleidung aus Milch. Bei der Herstellung der Mode aus Milch wird nicht nur auf den Zusatz chemischer Stoffe verzichtet, die pH-neutralen Milchfasern sind auch hervorragend für Personen geeignet, die unter Hautkrankheiten oder Neurodermitis leiden.

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Ganz nebenbei wird bei der Produktion von Milchfasern auch Abfall vermieden: Für die Herstellung der Mode aus Milch kommt ausschließlich die Milch zum Einsatz, die den strengen Lebensmittelstandards nicht entspricht und daher ohnehin nicht in den Supermärkten verkauft werden darf.

Ein Teil davon wird jetzt zu Kleidern, Blusen & Co. verarbeitet. Wie das geht? Aus dem in der Milch enthaltenen Eiweiß Casein produzierte die Biologin Anke Domaske ihre sogenannte „Qmilk-Faser„. Durch den Verzicht auf Schwefelsäure und Natronlauge gelang es ihr, die Faser schneller und umweltschonender herzustellen als deutsche und italienische Chemiker der 1930er Jahre.

Video: QMilk: Kleidung aus Milch – FUTUREMAG – ARTE

Weicher als Baumwolle? Nachhaltige Mode aus Algen

Zugegeben, ein wenig befremdlich wirkt er schon, der Gedanke an Mode aus Algen. Doch die umweltfreundliche Alternative aus dem Meer bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Sie steht nahezu unbegrenzt zur Verfügung und wächst stetig nach. Dies macht die Alge zu einem der ressourcenschonendsten Rohstoffe, den in Deutschland mittlerweile einige Labels in ihren Kollektionen verwenden. SeaCell“ nennt sich das Endprodukt, das als Kombination aus Algenpulver und Zellulose dauerhaft in die Fasern eingearbeitet wird.

Das Ergebnis: seidenweiche Kleidung, die sich angenehmer und weicher auf der Haut anfühlt als Baumwolle.

Und: Die Mode aus Algen erzielt offenbar eine ähnlich hautpflegende Wirkung wie der Besuch eines Wellness-Bads. Kein Wunder, denn dort kommen die Algen bereits seit Langem zum Einsatz. Zudem soll die Haut beim Tragen von Stoffen mit Algenanteil mit Magnesium und Kalzium versorgt werden, was ihre natürliche Straffung zur Folge hat. Wie praktisch!

Von der Kuh zum Kleid – die Mode der Zukunft?

Textilforscher experimentieren mit Fasern aus Milch und Algen und kreieren damit Kleidung, die sich durchaus sehen lassen kann. Mithilfe alternativer biologischer Materialien lässt sich nicht nur etwas für die Umwelt tun, auch die Haut wird durch das Tragen der auf diese Weise produzierten Modestücke geschützt. Verrückt? Aber nachhaltig!

Titelbild: ©iStock – chengyuzheng


The Author

Laura Seifert

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