Hipster, Briefs oder Slips – Was steckt hinter den Unterwäschebezeichnungen?

Höschen heißen heute Panties und Unterwäsche wird längst nicht mehr versteckt. Doch wie viel Stoff und welcher Schnitt verbirgt sich hinter den neuen Wäschetrends?

Viel Neues an der Höschen-Front

Die englischen Unterwäsche-Bezeichnungen haben nicht immer ihre deutschen Pendants. Ob es sich um Funktionsunterwäsche oder spezielle Posing-Slips aus dem Bodybuilding-Bereich handelt, sind die Schnitte nicht neu. Was sich jedoch mit Mode und Lifestyle ändert, sind die Präferenzen der Träger. Während in den 1950er Jahren der Schlüpfer, ein klassischer Slip mit Beinansatz, den Standard setzte, sorgten in den 1980er Jahren die High-Cut Briefs, hochgeschnittene Slips mit hohem Beinausschnit, und in den 1990er Jahren die Tangas und Thongs für Furore. Der Beinausschitt ist beim Hipster gerade oder reicht sogar bis auf den Oberschenkel. Zu den engen Verwandten des Hipsters zählen sich die Bikini-Slips und die Boyshorts.

So wie das Hipster sitzen auch sie tief unterhalb der Taille, unterscheiden sich jedoch im Beinausschnitt: Die Bikini Panties zeigen möglichst viel Bein, während die Boyshorts, manchmal auch als Briefs bezeichnet, an allen Seiten fast gleich breit sind. Der sehr maskuline Style der Boyshorts schaut auf schmalen Hüften toll aus. Während alle Höschen-Styles bis zur Jahrtausendwende noch als „Slips“ bezeichnet wurden, werden sie heute als Panties bezeichnet – das klingt modischer, ist authentisch-amerikanisch und der „Slip“ war ohnehin nur ein Scheinanglizismus: Die Briten sagen „Knickers“ oder „Undies“, das Wort „Slip“ hat dort mit Unterwäsche nichts zu tun.

Briefs & Panties „Debunked“ – hier ist die Übersicht

Wenn auch viele Schnitte generell unter ‚Briefs‘ und ‚Panties‘ laufen, haben zumindest die Briefs einen eigenen Stil – sie sind die Klassiker. Briefs reichen bis zur Hüfte oder enden zumindest nur knapp unter dem Nabel. Dass sie auch hinten volle Stoffbedeckung zeigen, erklärt sich beinahe von selbst. Modische hoch geschnittene Miederhöschen die den Bauch unter Kontrolle bringen werden umgangssprachlich kurz „Spanx“ genannt – abgeleitet von ihrem Spandex-Anteil. Ohne ‚Spandex‘ handelt es sich um High-Cuts oder Control Briefs.

Reiseratgeber
Die Hipsters enden an der Hüfte – daher auch ihr Name, der sich vom englischen Hip (zu deutsch Hüfte) ableitet. In ihren Variationen tauchen sie als Boyshorts auf, aber auch die Bikini-Slips zeigen viel Haut. Die Beinausschnitte der Hipsters sind jedoch sehr moderat.

Anders bei den super-knapp geschnittenen Tangas, die an allen Seiten möglichst wenig verdecken. Variationen der Tangas sind die Tthongs oder Strings mit ihrem breiteren Bund. G-Strings, verdecken im Steiß meist nur durch ein Stoff-Dreieck, den sie im Schritt durch eine mehr oder weniger breite Schnur zusammenhalten.

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VIPs: Wer trägt was darunter?

Vielleicht fing alles mit der Levi’s Tv-Werbung im Waschsalon an. Nick Kamen zieht seine 501 Jeans zum waschen runter und zeigt weiße Boxer Shorts. Das eher gediegene 21. Jahrhundert liebt die Hipsters, denn die passen zu den tief auf der Hüfte sitzenden Jeans und Röcke. Trotz aller Fashionvorgaben sind die Thongs, die entweder Freunde oder Feinde zu haben scheinen, seit den 1990er Jahren noch immer eine der bestverkauften Unterwäsche-Varianten. Heide Klum, eines der bekanntesten Unterwäsche-Models, zeigte sich im Thong, zu den üppigeren Kelly Osbourne und Kourtney Kardashian passen die „Controls“. Britney Spears sah in ihrer selbst entworfenen schwarzen ‚Spanx‘ sehr sexy aus. Justin Bieber und viele seiner Kollegen zeigen sich gerne in Boxer Briefs, auch Retropants genannt, die zwar eng anliegen, aber bis auf den Oberschenkel reichen.

Die weißen Zeiten sind vorbei

Aus kostengründen war die Unterwäsche bis ins letzte Jahrhundert meist weiß – und das ist auch heute noch die beliebteste Wäschefarbe. Schwarze, graue und farbige Unterwäsche sind jedoch auf dem Vormarsch. Allen voran sind es jedoch die unterschiedlichen Materialien, die Kaufanreize setzen: Schimmernder Satin, edle Spitze oder die High-Tech-Materialien der Funktionsunterwäsche drängen sich auf den Markt. Ein Ende der Panty-Innovationen ist noch lange nicht abzusehen.

Titelbild: © istock.com – Easy_Asa


The Author

Laura Seifert

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