Entwicklung des Warenhauses – eine mehr als hunderjährige Erfolgsgeschichte

Warenhäuser blicken auf eine lange Geschichte zurück - bis zum heutigen Outlet

Warenhäuser blicken auf eine lange Geschichte zurück - bis zum heutigen OutletIm Jahre 1881 eröffnete Rudolph Karstadt in Wismar das „Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt“ und ebnete den Warenhäuser damit ihren Weg in die weite Wirtschaft. Heute können Unternehmer auf diesen Meilenstein zurückblicken, der seit mehr als ein Jahrhundert den Handel bestimmt. Jedoch war der Weg steinig und heute befinden sich viele Warenhäuser in der Krise. Karstadt als Begründer der Warenhausketten musste nach 128 Jahre im Jahre 2009 seinen Bankrott anmelden. Das Leben des Warenhauses ist eine ergreifende, wenn auch tragische Geschichte.

Kaufhäuser – ein Wunder der Zeit!

Bereits im antiken Zeitalter waren die Märkte der Mittelpunkt aller Städte. Rund 1.000 Jahre später bildeten sich nach und nach Kauf- und Warenhäuser aus. Im Jahre 1838 wurde das Geschäft „Bon Marché“, eröffnet und knapp 10 Jahre später von Aristide Boucicaut übernommen. Schon bald gab es in Großbritannien Nachahmer. Von der Idee in Paris inspiriert, erblickte schließlich Karstadt als erstes deutsches Warenhaus das Licht der Welt.

Die Einkäufer konnten sich nun auf gewisse Standards, wie feststehende Preise, Barzahlung oder Umtauschmöglichkeiten verlassen. Schon damals machten die Warenhäuser durch Werbeslogans
auf sich aufmerksam. Sie priesen sich selbst durch „großen Umsatz, trotz kleiner Preise“ an. Warenhäuser hatten einen besonderen Platz in den Herzen der Menschen eingenommen. Aufgrund ihrer architektonischen Einzigartigkeit wurden sie auch als „Einkaufspaläste“ bezeichnet. Das Geschäft wurde auch damals schon durch himmlisch dekorierte Schaufenster und gönnerhafte Verkaufsflächen angekurbelt. Die Menschen ließen sich gern von der Atmosphäre und dem Ambiente der Einkaufsgiganten verzaubern.

Verdammt lang her!

Dann kamen die Kriege. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges waren die Unternehmer der Warenhäuser schwer getroffen. Mühsam entwickelte Filialnetze waren zerstört worden. Trotz dieser schweren Zeit konnten sich die Warenhäuser durch Ehrgeiz und viel Fleiß wieder aufrappeln. Sie füllten ihre Regale und konnten dadurch die Bevölkerung. in der harten Zeit des Wiederaufbaus versorgen. Dabei boten sie jede erdenkliche Ware an. Der Bedarf war groß.

In den 50er Jahren entwickelten sich in den Städten die ersten Fußgängerzonen. In den nächsten 15 Jahren konnte sich die Anzahl der Warenhäuser stets erhöhen. Mit einem Marktanteil von circa 15 Prozent bewegten sie sich zu jener Zeit auf dem Gipfel ihrer Erfolgsgeschichte. Jedoch blieb der Erfolg nicht von Dauer. Ab 1975 wurden zunehmend Krisengespräche laut. Neuerungen und Expansionen begleiteten die Warenhäuser auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Die Konkurrenz schlief nicht und so entstanden Discounter, SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte und Einkaufszentren. Das führte dazu, dass schon in den 80er Jahren rückläufige Marktanteile der Warenhäuser registriert werden konnten.

Warenhäuser vom Aussterben bedroht!

Das Leben der Warenhäuser hat seit mehr als einhundert Jahren einige Höhen und Tiefen erlebt. Diese besondere Form der Betriebsführung hat viele Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Die positive Entwicklung stagnierte jedoch und auch heute noch befinden sich Warenhäuser in der Krise, weshalb Modelle wie das Online Outlet Warenhaus überall im Internet entstehen.

Die Bedürfnisse der Konsumenten ändern sich. Einkäufe werden zunehmend über das World Wide Web getätigt. Der Erlebniseinkauf ist für die potentiellen Einkäufer nicht mehr erstrebenswert. Wirtschaftswissenschaftler befürchten, dass sich die Zahl der Verkaufsstellen deutscher Warenhäuser in den kommenden Jahren halbieren könnte. Traurig, aber wahr: vielleicht geht schon bald die Ära der Warenhäuser zu Ende.

Bildquelle: seewhatmitchsee – Fotolia


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Laura Seifert

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